Heimat


 Nachdenken, Verändern, Leben
 Für Dich und Deinen Hund!

 

Unsere Heimat

Mein zu Hause ist das flache Land, ländlich, dörflich, recht idyllisch. Die großen Städte, die einen Teil der Landbevölkerung mit Arbeit versorgen, sind eine Stunde Fahrzeit weit weg, ebenso das Meer! Meine Familie und ich leben also ein wenig abseits und doch mittendrin da, wo andere gerne Urlaub machen.

Seit Kindertagen begleiteten mich mein Heimatfluss und die umliegenden Wälder, endlose Felder und weite Wiesen. Überall gibt es Uferstellen am Fluss und an seinen Torfstichen und Kanälen, die man über verschlungene Pfade erreicht. Weit weg von Straßen und Stadtgetümmel spazieren meine Hunde und ich hier gerne in der Natur und wir genießen die Ruhe.

Im Kreislauf der Jahreszeiten entdecken wir wehmütig Jahr für Jahr Veränderungen.
Bäume in Flussnähe sind infolge veränderter Wasserstände abgestorben. Wiesen, solange ich denken kann als solche genutzt - werden nun nicht mehr gemäht oder sind zum Energiepflanzenacker (9) umgebrochen. Pfade wuchern zu bis zur Unbegehbarkeit.
Vor einigen Wegen stehen Schlagbäume, die das Befahren, Lagern … verbieten. Spazieren ist zwar nicht verboten, als einheimischer Naturbummler ist man trotzdem nicht gerne gesehen.
Meinen Lieblingsweg meide ich seit einigen Jahren. Durch das sich selbst Überlassen der angrenzenden Wiese ist diese zum reinsten Zeckenparadies mutiert. An die zwanzig Blutsauger pro Hund, nach intensiver Suche finde ich nicht alle – zu meinem Erschrecken sogar noch eine in meinem Bett! Nun wandern wir nur noch an sehr kalten Wintertagen dort entlang - dann sind die Aktivitäten der Blutsauger ganz heruntergefahren.

Wir arrangieren uns, suchen neue Wege und Orte, an denen wir beim Spaziergang ausspannen und der Natur nah sein können, noch gibt es sie ….
Allerdings holen uns fast überall die von Menschen gemachten Veränderungen der Natur ein.
Weit reichende Raps- und Maisfelder beunruhigen mich genauso wie die Folgen dieses teilweise hier schon über Jahre industriell praktizierten Monokulturanbaus. Sandstürme und „Acker“Schlammlawinen, wenn Wind und Regen über die ausgelaugten losen Böden fegen, der nächtliche Gestank im Dorf, wenn die umliegenden Felder mit Gift und Gülle besprüht werden und wir Menschen und ganz besonders die Tiere, ob Insekten, Vögel oder Säugetiere, dem Gift bedingungslos ausgesetzt sind, hinterlassen in mir mehr als nur ein ungutes Gefühl.

Letztens schrieb ein Hundefreund, dass sein Hund durch die Aufnahme ausgebrachter Pestizide vom Feldrain schlimme Lähmungserscheinungen hatte. (11) Der Tierarzt diagnostizierte Nervengift, diese Wirkung sei nicht ungewöhnlich beim Kontakt mit Pestiziden, da diese Gifte oft wie Nervengifte wirken. Der Hund ist wieder wohlauf - wie mag es jedoch den vielen großen und kleinen Wildtieren ergehen, deren Lebensraum eben diese Felder sind?
Das von der werten Jägerschaft, zu der übrigens auch sehr viele Landwirte zählen, als rein biologisch angepriesene Wildfleisch ist natürlich gegen jegliche Art von Gift und Chemie resistent. ... Makaber? Mitnichten!
„Die Zahl der Vögel in Deutschland und Europa sinkt drastisch. Bedroht sind vor allem Arten, die in Agrarlandschaften leben….“ (1) Wen wundert’s!
Die Anzahl der Bienenvölker geht seit Jahren drastisch zurück. Gerne machen Experten, die im Auftrag bestimmter Firmen (bei denen sich ein Blick hinter die Kulissen lohnt, nicht selten finden man Hinweise zu diversen Chemiefirmen, die mit derartigen Studien ihre toxischen Mittel verharmlosen) Studien erarbeiten, allein einen kleinen Schädling namens Varroamilbe dafür verantwortlich. Dass der Einsatz von Pestiziden diesen Schädlingen erst einmal die Tür zum Bienenstock öffnet, weil die Bienen geschwächt sind, wird gerne verschwiegen. Dabei dürfte es doch eigentlich allen Landwirten bekannt sein, dass „…. Bienen … die wichtigsten Arbeitskräfte in der Landwirtschaft.“ sind (4).

In unseren wunderschönen Naturschutzgebieten werden systematisch Seen verseucht. Der Grünower See in dem idyllischen Örtchen Grünow mitten in einem Naturschutzwald in der Feldberger Seenlandschaft ist nur ein Beispiel (2).
Auf meiner Suche nach alternativen Spazierwegen für meine Hunde und mich war ich äußerst schockiert, als ich beim nahen See (Naturschutzgebiet!) auf einem Feld einheitlich gelbe Pflanzen sah – totgespritzt. Gewollt, so bekommt man einen unbestellten Acker angeblich am schnellsten und bequemsten unkrautfrei bzw. die ausgefallene Saat der Vorfrucht wird vernichtet! Im Garten hacken wir Unkraut und ziehen unerwünschte Pflanzen, der Bauer "hackte" früher sein Feld mit dem Grubber ... Es kommt heutzutage schon mal vor, dass ein Landwirt die auszubringende Menge Pestizid falsch dosiert und ungewollt einen ganzen Acker tötet – was solls … kann ja mal passieren. Sarkasmus? Mitnichten!

Die große Weltpolitik, selbstherrliche Präsidenten, Aufstieg und Fall der Stars und Sternchen und natürlichTerroranschläge beschäftigen uns täglich in allen Medien, globale Naturkatastrophen lassen uns schockiert und teilnahmsvoll dreinschauen – Eisberge schmelzen weit weit weg!
Spätestens nach dem Film "Bottled Life" (6) und einer kontroversen öffentlichen Diskussion zu den Geschäftsgebaren der Lebensmittelfirma Nestle, die sich des Grundwassers in armen Regionen bedient und es als Luxuswasser auch in unseren Supermärkten anbietet, sollten wir mitbekommen, dass wir als blinde, taube und stumme Konsumenten einen ziemlich bedeutenden Teil in diesem Großen Ganzen einnehmen! Wir kaufen Produkte der Firma, weil es ja schick ist, das besondere Wasser z.B. „Pur Life“ aus Plastikflaschen zu trinken ohne darüber nachzudenken, woher es überhaupt kommt und der einheimischen Bevölkerung dort häufig der Zugang zu sauberem Trinkwasser verwehrt ist. Unmenschlich? Mitnichten!

Von Pestizidskandalen vor unserer eigenen Haustür hören wir immer wieder. Sie sind für einen Tag der Aufreißer in den Medien und verschwinden dann ins Nirwana des www und somit auch aus unseren Köpfen. „Mord auf Raten“ - wer unbequeme Fragen beispielsweise zur Verseuchung des Grundwassers, aus dem unser Trinkwasser gewonnen wird, stellt, der wird von oberster Stelle abgewimmelt oder geht in einem Wust an Dehnungs-Paragraphen und Papierkrieg unter. (3) Nun sollen wir selbst für die Reinigung des Trinkwassers zahlen, die Nachricht des heutigen Tages! Diejenigen, die das Grundwasser systematisch verseuchen, kommen davon? Die Darstellung des Falles „Grundwasserverseuchung“ der Netzfrauen enthält für mich als Bewohnerin von Mecklenburg/Vorpommern einen weiteren Aspekt – industrielle Landwirtschaft wird nicht nur auf den riesen Flächen Ostdeutschlands betrieben: hier wie da gehen die Landwirte schändlich mit ihrer Bauernehre und mit unserem Leben um. Man könnte die Frage stellen, warum Nestle nicht aus unserem Grundwasser das „Pure Leben“ produziert …. Sarkasmus? Mitnichten!

Der Mensch ließ sich einst nieder und begann Ackerbau zu betreiben, um seine Ernährung zu sichern. Über Jahrtausende entwickelte er aus seinen Erfahrungen eine ökologische Anbaustrategie, genannt auch Fruchtfolge (5), mit der er effektiv und gewinnbringend für den Boden und für sich eine reichhaltige Ernte erzielen kann. Heute ersetzen Düngemittel und Pestizide als die kostengünstige Alternative diese natürliche Strategie. Statt ungewolltem Pflanzenwuchs mechanisch zu Leibe zu rücken, kommt die schnelle Chemiekeule namens Glyphosat, deren Rolle bei Krebserkrankungen gerne heruntergespielt wird. Der Monokulturanbau, bei dem über Jahre hinweg dieselbe Frucht auf das gleiche Feld angebaut wird, hat nur einen Vorteil – die gern genannte Wirtschaftlichkeit, der Anbau muss sich lohnen! Es dreht sich also um den derzeitigen Gewinn, der unterm Strich (für wen?) dabei heraus kommt – die Folgen für die Natur und Umwelt sowie für die Menschen selbst allerdings sind alles andere als gewinnbringend. Gibt es so etwas wie "Bauernehre" noch oder sind wir alle nur noch "Bauernopfer"?

In Deutschland betreibt die Landwirtschaft heute ca. 20% seines Ackerbaus (8), zumeist im Monokulturanbau, um den permanent steigenden Verbrauch an Energie zu bewältigen. „Heizen mit Weizen“ (10) - Es wird sogar über Getreideverbrennung zur Energiegewinnung diskutiert weil es oft für den Erzeuger gewinnbringender ist als das Getreide den aktuellen Marktpreisen angepasst als Nahrungsmittel zu verkaufen. Wenn man bedenkt, wie viel Energie unter dem Mantel einer florierenden Wirtschaft für die Produktion von Dingen verschleudert wird, die wir eigentlich nicht benötigen, läuft es mir kalt den Rücken hinunter. Innerhalb von 10 Jahren entsorgten wir schon die 2. Waschmaschine, von den „kleineren“ Elektrogeräten will ich erst gar nicht anfangen. Wir umgeben uns mit energieverschlingenden hochmodernen Dingen, die uns das Leben angenehmer machen sollen – sie machen uns vor allem faul und dumm!
Wenn ich mich mit Händen und Füßen gegen ein Smartphone wehre gelte ich als bieder und altbacken.
Für einen gestandenen Mann, der zu früheren Zeiten fast alles selbst reparierte und für den jede noch so kleine Schraube ihren Wert hat, ist diese Wegwerfgesellschaft wie ein Schlag auf seine einst wertvollen goldenen Hände.
Die Liste ist schier unendlich - Autos, Handys, Spiele, selbst Baumaterialien sind Wegwerfprodukte, die nur für eine bestimmte Zeit halten müssen und dann als irreparabel in den Müll entsorgt werden. Die Müllberge wachsen stetig und Millionen Menschen hungern … Des Ackers Früchte könnten die Ernährung der Menschen sichern! Unbegreiflich? Mitnichten!

Wettbewerb, Marktwirtschaft, Absatz, Konsum – jeder Mensch steht morgens mit der gleichen Portion Gewissen und Zeit auf und stellt sich seinem „Überlebenskampf“!
Doch - jeder ist sich selbst der Nächste – dementsprechend reicht das Gewissen nur noch bis zum eigenen Geldbeutel, dem eigenen Vorteil oder wird im Keim in politischen Entscheidungen erstickt. Hinter diesen politischen Entscheidungen stecken letztendlich dieselben finanzkräftigen Firmen (8), die ihr Gift, ob als chemische Substanz oder als gut beworbene Konsumprodukte, Tag für Tag auf uns niederregnen lassen.
Der Kreis schließt sich durch berechnend eingefädelte und von der Politik verschleierte Skandale und Subventionen, alles fein sauber auf die Marktwirtschaft abgestimmt. Umweltfreundliche Autos hören sich höchst "sauber" an, fahren sie doch mit Strom aus der Dose. Wie "umweltfreundlich" der Strom in die Dose kommt, steht auf einem ganz anderen Papier. Wer hat schon ein eigenes Windrad auf dem Hof .... Für die Steigerung des Absatzes der subventionierten und ziemlich (zu) viel produzierten Elektromobile kommt ein Dieselskandal genau richtig.

Energie als Ressource auf Kosten unserer größten Lebensenergiequelle, der Natur. Was wird uns diese Energie nützen, wenn unsere Lebensenergiequelle versiegt, wenn die Bienen und Vögel verschwunden und die Äcker in Wüste verwandelt sind, wenn das Grundwasser verdunstet bzw. verseucht ist und noch übrig gebliebenen Tiere und wir Menschen sowieso …
Manchmal verdränge ich diese Gedanken, zu sehr wühlen sie mich auf, insbesondere wenn ich an die Zukunft meiner Kinder und Kindeskinder denke, von den Tieren, die schon heute mit dem Gift leben und sterben ganz abgesehen.

Meine Umwelt interessiert mich - ich liebe meine Heimat! Begeistert beobachten wir, wie die Sonne im nahen See "untergeht", genießen den frischen Wind in unserem Gesicht, ein Regenschauer ist wie Musik in meinen Ohren! Meine Hunde haben mich darauf sensibilisiert, wie wichtig der Umgang mit der Natur ist, wie viel ich von ihr lernen kann, wenn ich nur hinsehe und wie viel Freude mir die kleinen Dinge bereiten können - weil Natur lebt und sich verändert und ich mich als ein Teil davon begreife. In einem früheren Artikel schrieb ich darüber die Natur mit allen Sinnen zu genießen - Vom SInn der Sinne!

Auf unserem heutigen Spaziergang summe ich leise ein Lied vor mich her: Unsre Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer, unsre Heimat sind auch all die Bäume im Wald. Unsre Heimat ist das Gras auf der Wiese, das Korn auf dem Feld und die Vögel in der Luft und die Tiere der Erde und die Fische im Fluß sind die Heimat. ...

Wie viel Zeit haben wir noch, es zu richten und für unsere Heimat einzustehen ... die Uhr tickt!

Quellen:
Übrigens – wurden die nachfolgenden Quellen in kürzester Zeit von mir aufgetan! Man findet sie überall: Zahlen, Fakten, wissenschaftliche Untersuchungen, ernst zu nehmenden Mahnungen und Zukunftsszenarien, nur beim realistischen zusammenzählen von 1 und 1 – Ursache und Wirkung!
Wer mit offenen Augen durchs Leben geht, dem dürften derartige Informationen Tag täglich begegnen und sie sollten einfach wahrgenommen und weitergetragen werden!

1. Zitat: Zeit Online vom 04.05.2017: Immer weniger Vögel … http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2017-05/voegel-bestand-landwirtschaft-gifte-kiebitz-braunkehlchen-uferschnepfe-feldlerche
2. Zitat: Nordkurier vom 01.02.2015: Gemeinde nimmt Anlauf zur Rettung des Sees http://www.nordkurier.de/neustrelitz/gemeinde-nimmt-anlauf-zur-rettung-des-sees-0112724802.html, 18.05.2015: http://www.nordkurier.de/neustrelitz/tonnenweise-duenger-im-gruenower-stinke-see-1814941105.html
3. Zitat: Netzfrauen 03.05.2015 https://netzfrauen.org/2015/07/03/pestizide-belasten-trinkwasser-an-144-messstellen-wurden-rueckstaende-von-pflanzenschutzmitteln-gefunden/
Netzfrauen 26.05.2017
https://netzfrauen.org/2016/05/26/studie-pestizide-belasten-trinkwasser/
4. Zitat: Welt.de/Wissen vom 17.07.2015 Sterben die Bienen aus, sterben auch Menschen https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article144151778/Sterben-die-Bienen-aus-sterben-auch-Menschen.html
5. Fruchtfolge: Quelle Wikipedia : https://de.wikipedia.org/wiki/Fruchtfolge
6. Nestle und das Geschäft mit dem Wasser: Quelle Spiegel Online: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/doku-bottled-life-im-kino-nestle-und-das-geschaeft-mit-dem-wasser-a-921908.html
7. Macht der Grosskonzerne: Quelle: welt.de: https://www.welt.de/wirtschaft/article13680359/Diese-Firmen-bestimmen-Schicksal-der-Weltwirtschaft.html
8. Statistische Berichte: Quelle: Bundeministerium für Ernährung und Landwirtschaft: http://www.bmel-statistik.de, https://www.foederal-erneuerbar.de
9. Grünlandumbruch: Quelle: Umwelt Bundesamt: http://www.umweltbundesamt.de/daten/land-forstwirtschaft/landwirtschaft/gruenlandumbruch#textpart-1
10. Heizen mit Weizen: welt.de, Quelle: https://www.welt.de/wissenschaft/article147794/Heizen-mit-Weizen.html
11. Betroffene berichten: Quelle; PAN Gemany; http://www.pan-germany.org/download/pestizid_abdrift_leben_im_giftnebel.pdf

Auf diese weiteren Webseiten bin ich bei meinen Recherchen aufmerksam geworden. Wen das Thema (Um)Welt, Erde und Mensch interessiert, der kann hier einen nachdenkenswerten, ehrlichen und sachlichen Input erhalten:

https://netzfrauen.orgrg,
http://globale-allmende.de,
www.pan-germany.org, Broschüre über Pestizide bestimmter Firmen: www.pan-germany.org/download/Big3_DE.pdf

12.06.2017, Kathrin Richter