Ein Hundeleben ...

 
 Nachdenken, Verändern, Leben
 Für Dich und Deinen Hund!

Ein Hundeleben heute - zwischen Dauerstress und Resignation
TEIL 2: Bedürfnisse -  Reduktion auf Funktion

An einem schönen Nachmittag mit einem Hund auf einem Hügel zu sitzen bedeutet im Paradies zu sein, wo Nichtstun nicht Langeweile war, sondern Frieden! (Milan Kundera)

Wer wünscht es sich nicht, dieses Paradies! Oft liegt es dicht vor einem, aber man sieht es nicht! Stress, Hektik und Unzufriedenheit verschleiern den Blick! Konsumdenken lässt den Menschen vergessen, dass die Freude an den einfachen Dingen im Leben den wirklichen Frieden bringt. Die Leittragenden dieser Misere sind nicht nur die Menschen! Auch die Hunde werden um ihre (Seelen) Bedürfnisse betrogen! In einer von menschlichen Marionetten bevölkerten westlichen Wohlstandsgesellschaft wird der Hund zur funktionierenden Maschine dressiert.


Die Grundbedürfnisse des Hundes in der Familie Mensch sind dieselben körperlichen und seelischen Grundbedürfnisse wie in der Familie Wolf!!!

Der Mensch gibt sich alle Mühe, die körperlichen Grundbedürfnisse seines Hundes, wie Nahrung, Schlafen, Gesundheit und Fortpflanzung zu erfüllen und meint, damit dem heutigen Anspruch an „Liebe“ genüge getan zu haben! Das beste Futter kommt in des Hundes Napf, man sorgt sich offensichtlich um seine Gesundheit.
Beim Ruhebedürfniss wird schon auf andere gehört, denn schließlich muss ein Hund ja so und so viel bewegt werden. Dass ein Hund ein Ruhebedürfnis von 18 Stunden und mehr hat passt in den Beschäftigungswahn, also der Hund muss so und so viel beschäftigt werden, einfach nicht hinein!
Mit dem Thema Fortpflanzung gehen die Menschen ziemlich eigennützig um. Die Zucht ist zumeist des Menschen Wohlgefallen sowie dessen Geldbeutel und der aktuellen Mode untergeordnet. Große Hunde werden immer größer und kleine immer kleiner. Dazwischen tummeln sich die mit kurzer Nase, großen Augen, krummen Rücken, kurzen Beinen ... bunte Hunde mit Gendefekten!

Wie sieht es denn nun tatsächlich mit den seelischen Grundbedürfnissen für den Hund in der Familie aus?
An Hand von einigen Beispielen möchte ich aufzeigen, wie es dem Hund tatsächlich in unserer Familie geht.
Ich beginne einmal mit dem täglichen Begrüßungsritual.

Der Mensch kommt nach Hause und sein Hund freut sich riesig, dass seine Familie endlich wieder da ist.
Seine Familie, das wertvollste was er hat in seinem Hundeleben, kommt nach Hause. Er zeigt seine von Herzen kommende Freude ganz ehrlich, offen und überschwänglich. Den Tag über war er alleine, gelangweilt, aber er hat ausgehalten!
Hurra, meine Familie ist da.
Der Mensch hingegen steht steif da, ist genervt von den Freudensprüngen, er hasst das Anspringen und das Abschlecken, na und das Bellen erst, alles nur Theater von dem Köter um Aufmerksamkeit zu kriegen! Um sich gegen das Anspringen zu wehren werden verschiedene nachgelesene, gehörte oder gesehene Praktiken geübt: Knie hoch, so dass der Hund rein springt und sich weh tut - oder auf die Hinterfüße treten, tut auch weh und die erwünschte Wirkung tritt bald ein.
Kleine Hunde kann man mit dem Fuß mehr oder weniger energisch beiseite kicken! Für die, die ihrem Hund keinen Schmerz zufügen wollen, heutzutage fügt man ja dem Hund keine Schmerzen mehr zu, gibt es das böse Stimme machen bis hin zum Brüllen oder das Stille ignorieren, bis das Theater vorbei ist!
Es gibt auch noch die sanfte Leckerlimethode, sitzt der Hund brav zur Begrüßung, dann gibt´s was Leckeres, natürlich gleich und sofort wenn der Hund das gewünschte Verhalten zeigt.
Der Erfolg stellt sich schnell ein, der Hund macht zögernd einen großen Bogen zur Begrüßung, hält Abstand vor zu erwartenden Schmerzen und vor ignoranten Blicken, die ihn ebenfalls schmerzen. Seine Freude fällt immer verhaltener aus ...und sie wendet sich eher der Belohnung für sein ach so braves Verhalten zu, statt seiner Familie, dem wertvollsten, was er eigentlich hat!
Ab und zu versucht er doch noch mal einen kleinen Abschlecker an der Hand seiner Menschen, ein verzweifelter Hilferuf. Der wird nicht gehört und der Hund resigniert.

Zeigt der Mensch damit Respekt dem Hund und seinen Gefühlen gegenüber - nein! Er missachtet den Wunsch nach Familienzusammengehörigkeit, er missachtet die Freude seines Hundes!
Gibt der Mensch seinem Hund damit Sicherheit - nein! Der Mensch gibt dem Hund das Gefühl, nicht dazu zu gehören oder wie so oft schon gehört - er gibt ihm das Gefühl, das letzte Glied in der Kette zu sein!
Wie sieht es mit dem Grundbedürfnis Vertrauen aus? Der Hund vertraut auf die Familie, auf den Zusammenhalt, die Geborgenheit und auf die Liebe in der Familie – der Mensch tritt seine Bedürfnisse mit Füßen, kickt sie weg, belohnt sie weg und das verursacht dem Hund Stress, Tag für Tag!
Stellt Euch vor, Ihr wartet zu Hause, dass Euer Kind vom Wochenendtrip mit seinen Kumpels wieder heim kommt. Einige Tage war es fort und Ihr habt richtig Sehnsucht! Erwartungsvoll breitet Ihr Eure Arme aus und wollt Euer Kind drücken. Das Kind sagt nur "Was soll so´n sensibler Kram, ich will das nicht!" läuft an Euch vorbei ins Zimmer und macht die Tür hinter sich zu! Wie klopft Euer Herz da komisch und im Bauch wird´s mulmig!
Übrigens habe ich auch schon eine andere Begrüßungsvariante erlebt. Frauchen kommt nach Hause, freut sich riesig zu ihren Hunden, alles schick! Der Ehepartner steht daneben und vergeht fast vor Eifersucht. Irgendwie auch komisch!

Ist der Mensch also zu Hause angekommen, dann ist Gassi gehen angesagt!
Sein Geschäft hat der Hund nach maximal 10 Minuten erledigt.
Er hat schon wieder auf dem Weg gekackt, was für eine Schweinerei, die der Mensch wegmachen muss - wie peinlich!
Igittigitt, überall schnuppert der Hund dran, das ist ja wohl voll ekelig.
Der Hund wird ständig weiter gerufen, er hat kaum Zeit, seine eigene Duftmarke zu setzen. Der Mensch hat sein Handy dabei, beim Gassigehen kann man mit den Freunden über den Arbeitstag reden und Verabredungen treffen. Da kommt ein Typ mit einem großen Hund vorbei, der hat ne Frage. Komm ruhig dichter, die Hunde können sich ja beschnuppern. Wieso knurrt denn der Köter, der andere will doch nur spielen. Lass das gefälligst. Die Gassirunde ist die gleiche wie gestern und vorgestern und vorvorgestern. Warum tänzelt der Hund nur so herum? Er kann doch laufen, das ist doch artgerecht! Jetzt schnuppert der Hund, er will ab vom Weg! Nein, die Richtung bestimme ich. Gott sei Dank hat der Mensch den Ball mitgenommen. Er schmeißt den Ball, immer wieder, wenigsten was, dass der Hund mag, meint der Mensch! So geht die Gassirunde zu Ende. Zu Hause angekommen klopft Mensch sich zufrieden auf die Schulter - das Soll ist erfüllt - endlich Feierabend!

Und so sieht der Hund seinen Spaziergang.

Hurra, rauß mit meinem Menschen, toll, den ganzen Tag warst Du nicht da, es war so langweilig, aber jetzt, jetzt verbringen wir Zeit miteinander! Pullern, die Blase drückt schon gewaltig. Einen Haufen muß ich auch gleich machen, geh doch nicht so schnell Mensch, ich muß einen geeigneten Platz finden. Mist, jetzt kann ich es nicht mehr halten! Mein Mensch schimpft, warum? Oh, eine Botschaft, mein Freund Mäxchen war heute auch schon hier, mal schnüffeln, wie es ihm so geht - riecht nicht so toll, da geht es ihm wohl nicht so gut. Schnell daneben pullern, dass Mäxchen morgen schnuppert: ich war auch hier!
Wo ist mein Mensch, dahinten schon, ich muß hinterher!
Upps, im Vorbeirennen nehme ich einen neuen Duft wahr, ein fremder Hund, würde dringend gerne wissen, ob Junge oder Mädchen, alt oder jung, aber mein Mensch ruft .... ich lauf schnell hin, sieht so aus, als wenn mein Mensch mit mir um die Wette laufen will! Ich streife ihn, hopse um ihn rum, ich habe dich lieb mein Mensch. Komm, lass uns gemeinsam laufen!
Nein, das Wort kenne ich. Wie mein Mensch es jetzt sagt, tut es weh.
Er geht einfach so weiter wie immer! Mir ist langweilig. Irgendwie fühle ich mich allein gelassen.
Dahinten kommt ein anderer Mensch mit einem riesen Hund. Sie kommen immer dichter.
Mein Mensch beschütze mich, ich habe Angst!
Jetzt sind sie da und der Riese schnuppert mir am Hintern, immer zu. Jetzt legt er noch seine Pfote auf meinen Rücken. Ich will das nicht. Lass das sein Du riesen Hund! Mein Mensch schimpft mit mir. Warum? Ich will mit dem andern Hund nichts zu tun haben, ich habe meinen Freund Mäxchen und ich habe doch Dich, mein Mensch! Endlich haut der Riese ab! Mir ist noch ganz schlecht! Jetzt spricht mein Mensch, aber er sieht mich gar nicht an. Komisch! Ich streife ihn wieder, ich habe Dich lieb, mein Mensch! Er ist böse mit mir, wieder dieses Nein Wort.
Was habe ich getan, ich bin frustriert, ich verstehe es nicht.
Ich schau mal ersatzweise abseits vom Weg, vielleicht finde ich da was Interessantes zum Schnüffeln. Wieder das Nein Wort.
Mein Mensch hat was in der Hand, allein der Anblick lässt mich hecheln, das schmeißt er jetzt, da jag ich hinterher ... besser als gar nichts ...
Zu Hause angekommen laufe ich meinem Menschen hinterher, ich will bei ihm sein, iich hab Dich lieb mein Mensch!
Der schickt mich ins Körbchen, da knabber ich jetzt dran ....

So ähnlich geht es also einem Hund beim täglichen Gassigang.
Seelische Bedürfnisse, wie Neugierde, Erfahrungen und Mitsprache befriedigt? Fehlanzeige!
Wie geht es Euch, wenn die Zeitung morgens nicht pünktlich ist? Oder Ihr freut Euch auf einen Spaziergang mit Eurem Partner und der hat derweil die ganze Zeit sein Handy in der Hand und kommuniziert mit allen anderen, nur nicht mit Euch! Oder ein wildfremder unangenehmer Mensch kommt auf Euch zu und umarmt Euch? Wie fühlt sich das für Euch an? Aua, ein Schlag in die Magengrube! Den kriegt auch ein Hund bei solchen Gassigängen! Das tut weh, aber heftig.

Weiter im Tagesablauf.

Mittlerweile ist es abends und die Familie hat sich in der Stube beim Fernsehen versammelt.
Der Hund ist dabei, er gehört dazu.
Die Couch ist schon einige Jahre neu, also für den Hund tabu. In der Ecke liegt ein hochwertiges Hundekissen, besonders weich und pflegeleicht, darauf darf der Hund liegen. Dort darf er einen Kauknochen knatschen. Kauen macht glücklich. Da hat er mit seinem Glück zu tun und danach ist er hoffentlich müde und zufrieden.
Nicht ganz!
Als er den Knochen aufgefressen hat steht er auf und sucht vorsichtig Kontakt zu seinen Menschen. Er dreht eine Runde durch die Stube, schult seine Menschen an, legt sich wieder auf das Kissen, schult weiter und macht eigenartige Geräusche. Sei still! Du hast doch alles! Nach 5 Minuten steht der Hund wieder auf, dreht eine Runde. Er geht zu seinen Menschen und setzt sich fast auf dessen Füße, legt sanft den Kopf auf seinen Schoß und schaut seinen Menschen an. Gerade jetzt, wo es im Fernsehen spannend wird. Kurz am Kopf gefasst und ab auf Dein Kissen!
Den Blick gesenkt trottet der Hund auf sein Kissen. Gelangweilt und gefrustet schläft er eingerollt ein.
Der Film, den der Mensch schaut, hat sensible Szenen. Das Bedürfnis nach Zuneigung wird kurz geweckt. Was warmes Weiches zum Kuscheln wäre jetzt genau das Richtige. Der Hund wird aus dem Schlaf an die Couch gerufen! Jetzt darf er da sein, schließlich geht es jetzt um das Bedürfnis des Menschen! Oder auf dem Weg aus der Stube in der Werbung macht der Mensch beim ruhenden Hund halt und streichelt, streichelt, streichelt, streichelt... .

Jetzt müßte der Hund aufstehen und weggehen!
Dann würde der Mensch am eigenen Leib spüren, wie es ist, wenn man den anderen wegstößt! Schon ziemlich unfair, so benutzt zu werden!? Und wie oft weist der Mensch seinen Hund von sich, wenn dieser um ein wenig Zuneigung bittet! Das tut sehr weh!
Liebe, Gefühle, Intimität erleben - nichts! Nicht mal wenn der Hund schläft wird er in Ruhe gelassen!

Es ist Wochenende, Zeit für eine artgerechte Beschäftigung für den Hund!

Alle Welt spricht darüber, will man eine gute Bindung zu seinem Hund aufbauen, muss man sich mit ihm artgerecht beschäftigen! Miteinander beschäftigen heißt, man muss miteinander aktiv sein.
Intensive Kuschelzeit oder einfach nur gemeinsame Ruhezeit, wie auf einen Hügel zu sitzen und die Ruhe genießen fällt nicht darunter – so wird’s überall suggeriert.
Für den Hund ist das ein sehr bitterer Irrtum seitens der Menschen!
Denn es gibt immer mehr Menschen, die diese angeblich artgerechte Beschäftigung sogar mehrmals die Woche machen und damit ihren Hund maßlos überfordern. Übrigens wird ein Hund so zum dauerbeschäftigten Junkie.
Für manche Leute reicht zum miteinander Beschäftigen wie schon gehört ein Ball oder Frisbee, den sie auf den Spaziergang mitnehmen. Das Zeug ein paar Mal schmeißen und der Hund ist k.o. Zweck erfüllt!
Andere Menschen gehen mit ihrem Hund zum Sport. Sport machen ist in und hält fit! Agility ist beispielsweise ein sehr beliebter Sport, toll sieht es aus, wenn der Hund über die vielen bunten Hindernisse springt, immer und immer wieder. Am Ende wartet der Ball oder Leckerli, alles gewaltfrei und übers Spiel trainiert. Und der Hund hat natürlich Spaß, meinen die meisten. Die Ohren flattern so lustig und der Hund rennt und springt, wenn er angefeuert wird. Dass ein solcher Springparcours für den Hund Stress pur bedeutet sehen so genannte Sportler nicht! Dass Wissenschaftler nach einem Parcours einen hohen Cortisolgehalt im Speichel des Hundes als Stressindikator nachgewiesen haben ist egal, ein wenig Stress darf schließlich sein!

Wer läuft über Hürden zur Arbeit? Sind alle Menschen Hochleistungssportler?
Da steht eine Forderung seitens des Menschen an den Hund, die der Hund erfüllen möchte, um seinem Menschen zu gefallen! Ein enormer Leistungsdruck wird aufgebaut! Stress entsteht, weil der Hund diese geforderte Beschäftigung, in diesem Falle das viele Springen nicht machen möchte, es ist wider seiner Natur! Es ist nicht artgerecht! Das Skelett eines Hundes und mit ihm seine Gelenke sind die eines Läufers. Beim Aufsprung über ein Hindernis werden die Gelenke um ein Vielfaches belastet. Leckerli, Spielzeug und Anfeuern bedeuten für den Hund "Trost", ein geringes lohnenswertes Ziel, besser als gar nichts, eine so genannte Ersatzbefriedigung!

Leider nehmen die Menschen sich viel zu wenig Zeit um herauszufinden, was ihr Hund wirklich mag!

Die Hundesportler vom "alten" Schlag machen meistens das, was sie immer mit ihren Hunden gemacht haben! Da ist es ganz egal, welchen Hund sie gerade haben - ist er nicht so "triebig" wie gewünscht, wird dann ein wenig nachgeholfen. Reichen die Motivationshilfen Ball und Futter nicht aus, so gibt es mal schnell einen unerwarteten Kniff in die Seite - lieber einen "linkischen" Hund als eine "Schlafmütze"! Oft kommt dann schon mal das "Erziehungshalsband" (auch Stachel genannt) oder ein gut verstecktes Halsband mit mit einem kleinen unscheinbaren Kästchen mit Empfänger dran (auch Teletak genannt) zum Einsatz. Ersteres ist ja nicht verboten und das Zweite macht man halt im "Verborgenen", wenn keiner zuschaut, es aber trotzdem alle wissen!

Andere wiederum gehen mit der Zeit und schauen, was gerade so Mode ist! Neuerdings werden alle Hunde Rettungshunde oder gehen zum Mantrailing oder sie werden Besuchshunde. Es gibt ganz viele Hunde, die (fast) alle Menschen mögen. Mein Rüde ist auch einer davon! Er geht gerne auf Menschen zu, gibt seine "Energie" bis zu einem bestimmten Punkt und zieht sich dann zurück. Wir haben über einige Jahre ältere und behinderte Menschen in einer Pflegeinrichtung besucht, eine tollen Job hat er da gemacht! Meine anderen 4 Hunde mögen dagegen gar nicht gerne von fremden Erwachsenen angefasst werden! Das geht übrigens vielen Hunden so! Aber auch dagegen hat man ein Training gefunden! In Kursen können Hunde mittels Targettraining unter dem Motto "Beschäftigung: Fühlen" lernen, das Angrabbeln fremder Menschen zu ertragen!
Das passt doch super zu der Modeerscheinung Besuchshund! Das ist Marktwirtschaft auf Kosten der Hilflosen (Menschen und Hunde)!
Mantrailing ist ebenfalls ein absoluter Trendsport! Wenn ich allerdings darüber nachdenke, wie viele Hunde Mantrailer werden sollen, die eigentlich gar kein Interesse daran haben, fremde Menschen zu suchen, dann wird mir ganz mulmig im Bauch! Den eigentlich desinteressierten Hunden werden diese fremden Menschen um wahrsten Sinne des Wortes schmackhaft gemacht! Findet der Hund die fremden Menschen belohnen die ihn mit was besonders Leckerem. Erst kürzlich hörte ich von Rinderherz, was ganz außergewöhnlich Schmackhaftes! Was lernt denn der Hund dadurch? Von Fremden schmeckt das Fressen total lecker! Also ran an die Fremden, natürlich auch an die, die Rasierklingen und Giftköder in diesem leckeren Fressen verstecken! Die Menschen sind ja so gut! Ist egal, denn schon hat man das nächste Training an der Backe: Antigiftködertraining! So werden auf der einen Seite durch Training Defizite geschaffen, die auf der anderen Seite durch Training relativiert werden!

Nicht nur, dass hier das seelische Grundbedürfnis nach Bewegungsfreiheit missachtet wird, Bedürfnisse wie Sicherheit, Vertrauen, Respekt, Gesundheit - ab in die Tonne damit!

So geht es weiter mit Teil 3:
Um die seelischen Grundbedürfnisse seines Hundes überhaupt zu erkennen benötigt der Mensch Gefühle und seinen eigenen Verstand!
Wie steht es mit Euch, wie viel Gefühl lasst Ihr zu? Wie warm wird Euch ums Herz, wenn Ihr jetzt an Euren Hund denkt?
Wie kommt es eigentlich, dass viele Menschen genau das nicht mehr Fühlen können?
Gefühlskiller begegnen uns heute überall in unserem Leben. ...

 

Quellen: Marc Bekoff: Das Gefühlsleben der Tiere, Jim und Jamie Dutcher: Leben mit Wölfen, Adam Miklosi: Hunde, Alwin Schönberger: Die einzigartige Intelligenz der Hunde, Anders Hallgren: Hundeprobleme-Problemhunde, Armin Krenz: Kinder brauchen Seelenproviant, Gerald Hüther: u.a. Wer glücklich ist, kauft nicht! (Video auf youtube), Almberg et al. 2015. Social living mitigates the costs of a chronic illness in a cooperative carnivore. Ecology Letters uvm.
Meine größten Quellen sind meine Hunde, jahrelange Erfahrungen, mein Herz und mein Verstand!

04.11.2015, Kathrin Richter