Schuld ...

 
 Nachdenken, Verändern, Leben
 Für Dich und Deinen Hund!

Von der Suche nach der Schuld
Wikipedia, die freie Enzyklopädie aus dem World Wide Web, beschreibt die Schuld als Verantwortlichkeit im ersten Satz wie folgt: „Der Zustand der Schuld entsteht, wenn jemand für einen Verstoß gegenüber einer sittlichen, ethisch-moralischen oder gesetzlichen Wertvorstellung verantwortlich ist …“

Wir geben uns alle Mühe, für allerlei Verstöße gegen samt und sonders einen Schuldigen zu finden. Die Wertvorstellungen zimmern wir uns für unsere Bedürfnisse selbst zurecht. Unsere eigene Unzulänglichkeit, etwas auf die Reihe zu bekommen, verstecken wir häufig hinter dem Vorwand, jemand anderes wäre schuld daran, weil er dies oder jenes noch nicht erledigt hätte! Oder etwa bei Veränderungen und Neuerungen in unserem Leben, da schauen wir meist im Vorab, wem wir die Schuld dafür geben können, falls das Neue, das Andere nicht klappt. Das ist für uns recht praktisch, die Verantwortung geben wir einfach ab!


Im Umgang mit unserem Hund hat das Phänomen nach der Schuldsuche schon lange Einzug gehalten.
Wir lesen beispielsweise eine Vielzahl von Hundebüchern. Dann versuchen wir das gelesene 1:1 auf uns und unseren Vierbeiner zu übertragen. Nachdenken? Bauchgefühl? Fehlanzeige! Darüber, ob es gut und richtig ist, haben sich schließlich schon andere den Kopf zerbrochen.  
Zeigt unser Hund plötzlich ein ungewöhnliches Verhalten oder funktioniert nicht so nach Anleitung, hat dann selbstverständlich der Buchautor Schuld.

Ein weiteres Beispiel wäre, wenn unser Hund plötzlich vor lauten Geräuschen zurückschreckt. Hier wird schnell dem Züchter die Schuld aufgebürdet. Schließlich war er der Erste, mit dem unser Vierbeiner Kontakt hatte. Wenn der es nicht war, suchen wir die Schuld dann bei denen, die wir eh schon immer nicht leiden konnten! Vielleicht hat es der ungeliebte Nachbar oder der sonderbare, eigenartige Mensch, auf den eh alle mit dem Finger zeigen auf uns abgesehen! Zu guter Letzt ist dann gar gleich die ganze Gesellschaft schuld! Irgendeiner muss herhalten!
Wir vergeuden kostbare Zeit und wertvolle eigene Energie, um nach diesem Schuldigen zu suchen!
Halten wir mit der Suche mal inne und sehen ehrlich in uns hinein, dann erkennen wir oft,  dass das ungewöhnliche Verhalten gar nicht so plötzlich kommt! Wir dachten immer, unser Hund ist DER Familienhund, der quasi von Geburt an weiß, wie er sich zu verhalten hat und wie es in der menschlichen Welt so zugeht ... Aber irgendwie scheint es ja doch nicht so zu sein! Denn vor geraumer Zeit gab es Anzeichen, die wir einfach ignorierten.
Da war beispielsweise ein schlimmes Gewitter über unserem Haus mit lautem Donner. Schon da suchte der Hund Schutz bei uns. Wir reagierten mit Unverständnis. Was für ein Angsthase, dieser Köter!
Bei Kindern registrieren wir die Angst. Selbstverständlich beschützen wir unsere Kinder. Warum lassen wir unseren Vierbeiner dann leiden? Er benötigt ebenso unseren Schutz und unsere Fürsorge, denn auch er fühlt Angst! Der Hund hat sich als emotionales Wesen der menschlichen Familie angeschlossen. Um jedoch mit der rasanten Entwicklung unserer menschlichen Gesellschaft Schritt zu halten, benötigt er unsere liebevolle Führung und stetige Anleitung - genauso wie unsere Kinder!
Zurück zum Beispiel. Nun, wo der Nachbar uns auf der Arbeit anruft, weil unser Hund in seiner Panik die Gitterstäbe seines Zwingers aufgebogen hat und hechelnd und zitternd durch den Ort läuft, sind wir sehr betroffen, peinlich berührt ... und suchen nach der Schuld! Hier war also das Gewitter Schuld. Wir haben einen Schuldigen gefunden! Und was nun? Wollen wir jetzt Klage (gegen wen?) einreichen oder wir suchen weiter ... damit wir uns vor den Nachbarn und der Welt als schuldlos rein waschen können
Um unser EGO zu befriedigen vertun wir kostbare Zeit und hadern mit der Vergangenheit, die wir nicht mehr ändern können!

Wann fangen wir endlich an zu fühlen, zu denken und zu handeln - für unseren Hund?


>>> Einsicht und Annahme, dass es ist, wie es ist!
>>> Verständnis und Mitgefühl für Angst/Verhalten, was durchaus begründet ist!
>>> Klares Denken und gescheites Management für die Zukunft!
Das wären erste Maßnahmen die oft schon genügen, um das Verhalten seines Hundes positiv zu beeinflussen!

Epiktet, ein griechischer Philosoph (um 50 n. Chr. - 138) brachte das Ganze schon vor sehr langer Zeit auf den Punkt:
„Anderen an seinem Unglück die Schuld geben, ist ein Zeichen von Dummheit, sich selbst die Schuld geben, ist der erste Schritt zur Einsicht; weder anderen noch sich selbst die Schuld geben, ist ein Zeichen von Weisheit.“

Handeln wir also endlich weise!

Finden wir verständliche und machbare Lösungen die unserem Hund helfen, in der lauten, manchmal recht hundeunfreundlichen Menschenwelt klar zu kommen. Denn wir sind seine Familie und unser Lebensraum ist sein Lebensraum!

Es ist unsere verdammte Pflicht, dafür zu sorgen, dass es ihm gut geht!
Wir müssen für unser Handeln selbst die Verantwortung übernehmen!
Niemand sonst tut das für uns!

Versäumen wir das, SIND WIR SELBER SCHULD!

07.06.2011, 06.09.2018 Kathrin Richter