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 Von einem Ort,
 an dem die Uhren anders ticken!


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Still ist es auf unserer Wiese geworden.
Das ausgelassene Spiel von meinen Schäferhunden ist fast ganz verschwunden. Es gibt immer mal wieder Zeichen der Aufforderung füreinander, kurz nur. Danach schnüffelt jeder seiner Wege. Schleichend und spürbar wurden die Tobeeinheiten der Drei immer kürzer. Anschließend kam Watzek, mein 4 jähriger Bursche oft zu mir, fragend und um Trost suchend.
Ein Röntgenbild brachte die bittere Wahrheit ans Licht - die beginnende Verknöcherung an einzelnen Wirbeln seiner Wirbelsäule, auch an der so empfindlichen Stelle der Cauda equina.

Wie erkläre ich es ihm?

Jari und Inka wälzen sich auf der Wiese, locken so Watzek zur einem kleinen spielerischen Gerange - ganz zaghaft - sie wissen es schon lange ...

Moderate kontrollierte Bewegung ist angesagt! Unsere Wiese ist eingezäunt, eine Runde misst 560 Schritt! So drehe ich heute Runde um Runde mit meinen drei Hunden.
Manchmal sind meine Schritte kraftvoll und oft sind sie schwer.
Ich freue mich über die betagte Inka, für die diese Art der Bewegung Mobilität erhalten bedeutet und die mir langsam wie ein Uhrwerk folgt.
Der große kräftige Watzek läuft vor mir, jede seiner Bewegung beäuge ich argwöhnisch. Sein Gang war schon immer anders als bei den anderen Beiden! Das rechte Hinterbein zieht er kaum merklich nach. Ich schluchze in mich hinein.
Jari ist mein Schatten - dicht hinter mir.

Später sitze ich auf meinem Zuschaureifen und Watzek kommt zu mir. Fragend sieht er mich an!
Er fragt so oft in letzter Zeit!
Ich drücke Ihn, wir schaffen das - sage ich ihm und mir! Die Sorge und Angst und die Traurigkeit sitzen tief - ich brauche einen freien Kopf - muss klar denken.
Akzeptieren und im Hier und Jetzt leben!

Wird er meine Antwort dann verstehen?

Jari kommt auf die andere Seite. Sie ist bei uns, ich spüre sie ganz nah - sie vermittelt zwischen Watzek und mir auf eine sanfte klare Weise.
Meine Hunde sind wunderbar!

 

12.03.2015, Kathrin Richter